"Fallverstehendes Dokumentationssystem"



Das "ISE" hat auf der Grundlage des Dokumentationsschemas "Jenaer Modell", das Professor Bruno Hildenbrand im Rahmen eines EU-Förderprojektes gemeinsam mit der Firma Dataswiss entwickelt hat, ein einrichtungsinternes, fallverstehendes Dokumentationssystem entwickelt. Dieses Instrument kann den pädagogischen Hilfeprozess wesentlich unterstützen, indem hier der Prozess der Entwicklung des jungen Menschen abgebildet wird und damit die Grundlage für eine systematische Erschließung seiner Spielräume und Ressourcen darstellt. Dieses Instrument dient ebenso der Qualifizierung der Mitarbeiter im Hinblick auf die professionelle Gestaltung der alltäglichen Begegnung mit dem jungen Menschen. Auch das Handeln der Mitarbeiter, Therapeuten, Lehrer und Sozialpädagogen ist Gegenstand der Dokumentation. Kompetenzen, Spielräume und Sensibilität für pädagogische Belange im Umgang mit den jungen Menschen sollen durch die systematische Reflexion des eigenen Handelns und der Vernetzung der unterschiedlichen Sicht- und Umgangsweisen gestärkt und erweitert werden.

Auf einen Blick soll das Dokumentationssystem folgende Aufgaben erfüllen:

  • Es soll gezielt den Prozess der Autonomieerlangung des jungen Menschen unterstützen.

  • Es soll die pädagogische Arbeit sichern, durch eine methodisch kontrollierte, systematische Reflexion des eigenen Handelns im Umgang mit den jungen Menschen.

  • Es soll als Datenbasis für eine Teamarbeit dienen, die den fallspezifischen Problemstellungen der jungen Menschen gerecht wird. Es geht hierbei um die Vernetzung der unterschiedlichen Sicht- und Umgangsweisen mit den jungen Menschen zu einem ganzheitlich ansetzenden Konzept der Wiederherstellung der persönlichen Autonomie der jungen Menschen. Dies kommt vor allem in der Fallbesprechung zum Tragen.

  • Es soll auf der Ebene der Organisation eine Grundlage für Qualitätsmanagement im Bereich der pädagogischen Arbeit bieten, indem ein Prozess der Professionalisierung der unterschiedlichen Berufsgruppen eingeleitet und unterstützt wird.

  • Es soll im Rahmen der Außenbeziehungen sozialpädagogischer Einrichtungen die Aufgabe erfüllen, pädagogische Interventionen besser und nachvollziehbarer belegen und begründen zu können. Dies ist insbesondere für eine Argumentation gegenüber den Kostenträgern relevant, sei es in Form von regelmäßigen Entwicklungsberichten oder Verlängerungsanträgen.