Genogrammarbeit (nach Bruno Hildenbrand)


Grundlage eines, auf die Mehrgenerationsperspektive zielenden Zugangs zu Kindern und Jugendlichen ist die Genogrammarbeit. Ihr liegt folgende Überlegung zugrunde: Das Leben von Familien wird geprägt von bestimmten Fakten, kritischen Ereignissen und Entscheidungsprozessen. In der Genogrammarbeit werden konkret getroffene Entscheidungen schrittweise rekonstruiert und mit denkbaren alternativen Entscheidungen konfrontiert. So werden Muster sichtbar, an denen im Rahmen erzieherischer Hilfen mit dem Ziel von Veränderung gearbeitet werden kann.

In der Genogrammalayse wird ein Muster erschlossen, das zunächst den Fall charakterisiert. Dieses Muster wird im Anschluss mit Material aus dem Betreuungsverlauf (Hilfeplan, Verhaltensbeobachtungen, Geschichten, die die Klienten selbst erzählen, und solche, die ihre Eltern früheren Betreuer, aktuellen Betreuern etc. erzählen) verglichen. Am Ende einer solchen Fallarbeit steht ein gemeinsam erarbeiteter Befund zum Stand des Betreuungsprozesses und einem möglichen, sich daraus ableitenden weiteren Vorgehen.